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Sagen aus unserer Umgebung


Da im Deutschunterricht der sechsten Klassen das Behandeln von Sagen abgefordert wird, war die Klasse 6b besonders kreativ. Sie haben sich ein bisschen in ihrer Umgebung umgehört und festgestellt,dass es so viele Sagen um Ronneburg, Bad Köstritz oder anderer Örtchen gar nicht gibt.

Da war guter Rat teuer.

Also musste etwas dagegen getan werden. Alle Schüler der Klasse schrieben mit ein wenig Hilfe von Frau Naujoks eine eigene sagenhafte Geschichte.

Diese wurden in einem Sagenbuch zusammen gebunden und ergaben tolle Ergebnisse.

Einige davon kann man nun hier lesen und eine kleine Übersicht unserer Bücher ist ebenfalls zu bewundern.



Die Sage vom Ronneburger Teich


Vor sehr langer Zeit lebte in dem noch kleinen Städtchen Ronneburg auf dem steinalten Schloss, Sir Trinkemal. Neben dem Schloss befand sich eine große flache Grube. Sir Trinkemal war berüchtigt dafür, zu trinken. Es heißt, er habe schon als Baby Bier und Wein geschluckt. Er trank hundert Liter Bier am Stück, dann fiel er krachend zu Boden, worauf er liegend weiter soff. War ihm dann schlecht, so rief er zu sich selbst und allen anderen im Saal: „Ist mir auch speiübel, bringt den nächsten Kübel, hicks! “

Eines Abends, als Sir Trikemal wieder einmal mehr als genug getrunken hatte, wollte er an die frische Luft und einen Spaziergang machen. Als er dann so durch die Landschaft lief und an der Grube vorbei kam, drückte ihn seine Blase, was er vorerst ignorierte. Aber es half nichts. Da wusste der Mann nicht, was er tun sollte. Also entleerte er sich ausgiebig in die Grube, die sich dadurch nun langsam füllte und durch den heißen Strahl immer tiefer wurde. Außerdem entstand ein Strudel in der Mitte. Einige Duzend Enten, die in der Grube gerade watschelten, wurden durch die heiße Flüssigkeit augenblicklich versteinert. Als Sir Trinkemal aufblickte, sah er einen Teich, den er selbst erschaffen hatte und eine kleine Enteninsel in der Mitte, die aus versteinerten Enten bestand. …

Weil das Gewässer nun direkt in der Mitte unserer kleinen Stadt lag, wurde dies der Ronneburger Teich, in den niemand gerne baden geht. Auch die kleine Insel kann man heute noch sehen.

von Richard Herrmann, Klasse 6b, Osterlandgymnasium


Das Ronneburger Schloss


Es war einmal ein Riese namens Sigi. Der wohnte mit seiner Familie, das waren sein Vater Bert, seine Mutter Ina und seine kleine Schwester Sophia, im Gessental.

Sigi liebte, wie alle Riesenkinder, seine Spielzeugburg, und spielte daher ständig mit ihr. Eines Tages als er im Garten wieder einmal mit seinen Rittern spielte, rief er: „Und da kam er, der schwarze Ritter und rettete alle Leute!“

Als es Abend wurde, musste Sigi ins Haus und vergaß die Burg draußen. Als Sigi und seine Schwester schon schliefen, gingen die Eltern aus dem Haus, weil sie sich wieder einmal stritten und die Kinder es nicht hören sollten. Irgendwann eskalierte der Streit und der Vater schrie: „Warum hast du das nicht gesagt?! Warum?“ Er griff nach der Burg von Sigi, die neben ihm auf dem Gartentisch stand, doch in der Dunkelheit erkannte er sie nicht. Er zielte mit dem „Ding“ auf seine Frau, doch er warf an ihr vorbei und das Spielzeug flog weit, weit in die Ferne.

Als Sigi am nächsten Morgen seine geliebte Burg nicht fand, ging er zu seiner Mutter und fragte sie mit Tränen in den Augen: „ Mama weißt du, wo meine Burg ist?“ Die Mutter, obwohl sie bemerkt hatte was ihr Mann da in der Hand hatte, als er auf sie zielte, tat ganz unschuldig und sagte: „Äh, nein, das weiß ich nicht, frag doch mal deinen Vater.“ Dann ging er zu seinem Vater und fragte auch ihn: „Papa, weißt du wo meine Burg ist?“ Sigi schaute ihn erwartungsvoll an: „Naja, also, mmh.. ja schon!“

Und wo?“ fragte Sigi erwartungsvoll. Schuldbewusst antwortete der Vater: „Ich hab sie weggeworfen!“

Aber warum denn das?“ fragte Sigi verständnislos. „Also weil, weil sie kaputt war und ich dachte, du willst es dann nicht mehr!“, sagte der Vater ganz geknickt. „Das ist doch kein Grund sie einfach wegzuwerfen, ich gehe es suchen!“, entgegnete Sigi sauer. „Wo hast du sie hingeworfen?“ „Dort hinten, in der Nähe des Waldes ist sie, glaube ich, gelandet!“

Und so machte sich der Junge auf den Weg. Er suchte und suchte zwei Tage und zwei Nächte lang, doch er fand nichts. Der Grund, warum Sigi nichts fand war der, dass sein Vater ihn in eine ganz falsche Richtung geschickt hatte.

Und so stand die Burg, die mal einem Riesen gehört hatte und in die locker ein ganzer Hofstaat hineinpassen würde, mitten in der Landschaft, allein und verlassen.

Irgendwann fand jemand das Schlösschen und man baute rundherum eine kleine Stadt, die man Ronneburg nannte und darum heißt das Schloss bis heute das Ronneburger Schloss.

 

von Josefine Opitz, 6b, Osterlandgymnasium

Sagen2010